bestellen... Linkerhand, Koschka - Feministisch streiten1. März 2018, Taschenbuch: 336 Seiten, Querverlag, ISBN-13: 978-3896562630.

Feministisch streiten versammelt Thesen und Utopien eines Feminismus, der sich zwischen Vernunft und Leidenschaft bewegt: Das bedeutet einerseits eine vernünftige Gesellschaftskritik im Sinne der Aufklärung, andererseits leidenschaftliche Identitätspolitik.

Ein materialistischer, politisch handlungsfähiger Feminismus darf nicht einen der beiden Pole aus den Augen verlieren, sondern muss sich, im Bewusstsein der Widersprüche, zwischen ihnen bewegen. Er muss dazu ermutigen, für die eigenen politischen Interessen auf die Straße zu gehen, und zugleich das kapitalistische Patriarchat als alles übergreifende Gesellschaftsform kritisieren.

 

Dabei wird bewusst aus der Perspektive von Frauen argumentiert. In seiner inneren Spannung zwischen Identitätspolitik und Gesellschaftskritik funktioniert Feminismus am besten als solidarische und streitlustige Auseinandersetzung von Frauen, die sich als Frauen aufeinander beziehen. Der politische Kampfbegriff Frau muss in seiner Sprengkraft und Widersprüchlichkeit neu diskutiert werden.

Diese 27 Beiträge tragen zu einer neuen Streitkultur bei.

 

Lesben, Heteras, Cis- und Transfrauen, Women of Color und weiße Frauen, Mütter und Kinderlose, junge, alte, dicke und dünne Frauen, Arbeiterinnen und Akademikerinnen: Der „endlosen Varietät und monotonen Ähnlichkeit“ (Gayle Rubin) weiblicher Erfahrungen und Lebensentwürfe soll Rechnung getragen werden, indem diese Perspektiven nicht einfach nebeneinandergestellt, sondern mit feministischer Gesellschaftstheorie vermittelt werden. Was bedeutet Frausein unter all diesen, sehr verschiedenen Vorzeichen? Wie können wir den Differenzen gerecht werden und dennoch feministisch zusammenarbeiten? Wie kann ein kritischer und gleichzeitig positiver, emanzipatorischer Bezug auf Weiblichkeit aussehen? Ein Bezug, der nicht nur zur intellektuellen Analyse und zur kollektiven politischen Aktion einlädt, sondern auch die Aneignung weiblicher Lust und Sinnenfreude auf der Agenda hat?

 

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