bmh Berlins lesbische FrauenBundesstiftung Magnus Hirschfeld fördert wieder Projekte zu lesbischer Geschichte, Bildung und Forschung

Lesbische Themen finden sich bisher nur wenige auf der Liste der geförderten Projekte der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld (BMH) – die Gründe dafür sind vielfältig. Doch das soll sich ändern: Ab dem Jahr 2017 macht sich die bisher vor allem im Schwulen-, Queer- und Trans-Bereich gut vernetzte Stiftung nun gezielter bei lesbischen Vereinen, Projekten, Gruppen und Einzelpersonen bekannt. Bis zum 15. April (Poststempel) oder 15. Oktober des Jahres können Gelder für lesbische Geschichts-, Bildungs- und Forschungsprojekte beantragt werden. Die möglichen Fördersummen reichen von mehreren Hundert bis zu 25.000 Euro. Ein Fachbeirat begutachtet die Anträge. Diese werden dann dem Kuratorium der Stiftung zum Beschluss vorgelegt.

Der Vorteil: „Die Anträge sind sehr einfach auszufüllen“, ermuntert Franziska Kohse von der BMH neue Antragsteller­*innen. Die Wissenschaftlerin ist für das Management der Projektförderung zuständig, berät bei Vorab-Anfragen und dem Einhalten der Formalien.

Was wird gefördert?

Eingereicht werden können insbesondere Projekte zur lesbischen Geschichte, von der Verfolgung im Nationalsozialismus bis zu den historischen und aktuelleren Etappen lesbischer Emanzipation. Gefördert wird gezielte Archivarbeit, Recherchen, Publikationen, Portraits. Zweiter Schwerpunkt sind Bildungsmaßnahmen oder Maßnahmen im Schul-und Arbeitsbereich zu Akzeptanz und Inklusion. Damit sind Workshops, Konzepte, Handreichungen, Aufklärungsmaßnahmen, auch MulitplikatorInnen- und Vernetzungsarbeit oder öffentlichkeitswirksame Projekte gemeint. Darunter fallen auch Community Maßnahmen, die sich gegen Marginalisierung und Diskriminierung in der Szene und in der Öffentlichkeit wenden, lesbische Sichtbarkeit und Selbstbewusstsein zum Ziel haben. Der dritte Schwerpunkt ist das Anstoßen der Erforschung lesbischer Themen insgesamt, egal ob historisch, soziologisch, sozial-, gesundheits- und kulturwissenschaftlich oder philosophisch, psychologisch, sexualwissenschaftlich oder politologisch.

Die Stiftung

Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld wurde 2011 gegründet. Als einzige aus Bundesmitteln gespeiste LSBTTIQ-Stiftung vergibt sie seit 2012 Fördermittel für Projekte zur Akzeptanz und Sichtbarkeit von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender, Trans- und Intersexuellen. In bisher drei Bundesländern und Regionen fanden große Jahresveranstaltungsreihen unter dem Titel „Magnus-Hirschfeld-Tage“ statt. Außerdem engagiert sich die BMH zu Vielfalt im Fußball, zu queeren Flüchtlingen, gibt eine wissenschaftliche Reihe heraus und erstellt in einem eigenen Projekt Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen.

Anträge können nur über das Antragsformular der Stiftung eingereicht werden. Alle Informationen zum Antragsverfahren finden sich auf http://mh-stiftung.de/foerderung/

Kontakt Franziska Kohse: Tel. 030 – 208 987 65-6, E-Mail: foerderung@mh-stiftung.de

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